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Schulterblick

 

Ich schau auf meine linke Seite.

Dort sitzt ein kleiner schwarzer Mann.

Er trägt den Mund in voller Breite

und führt sich auf wie ein Tyrann.

Der Mann erzählt mir von den Dingen,

die ich mir wünsche und nicht hab.

So fährt er fort und will mich zwingen,

dass ich in meiner Seele grab.

 

Auf meiner linken Schulter,

da sitzt ein kleiner, böser Mann.

Ich hör ihm zu, dann brüllt er.

So laut, wie er nur eben kann.

 

Schau ich auf meine rechte Seite,

seh ich dort einen weißen Mann.

Sein Blick verliert sich in der Weite.

Er singt so laut, wie er nur kann.

Aus all den Dingen, die ich habe,

baut er ein wunderschönes Haus.

Ich fühl mich wie dereinst als Knabe.

Und nehme vor dem Bild Reißaus.

 

 Auf meiner rechten Schulter,

da sitzt ein kleiner, böser Mann.

Ich hör ihm zu, dann singt er.

So laut, wie er nun eben kann.

 

 

 

Die beiden machen und sie tun.

Sie werfen mir die Worte zu.

Sie fahren fort und wolln nicht ruhn.

Sie rauben mir die letzte Ruh.

 

So rüttel ich und schüttel mich.

Die Männlein wanken und sie schrein.

Nun liegen sie dort unglücklich.

Ich will nicht mehr mit ihnen sein.

 
Zusammenarbeit mit ARG ODEM 
Illustration einiger Gedichte des Bands "Der böse Atem" 2008
Gedicht "Schulterblick"
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